Neue Zeiten & Töne: vor Seefahrt noch „Hörfahrten“

11.11.2018: Präzise Zeit. Exaktes Timing. Genaues Abstimmen. Und dann auf den Punkt da sein – beim Segeln und in der Musik wird dies gefordert und weiter ausgebildet. Wie schön, wenn immer wieder solche Strecken gesegelt und Stücke gespielt werden können, die mit neuen Reizen faszinieren: auf zu neuen Ufern! Denn neue Zeiten & Töne ziehen mit starker Kraft vorwärts!

Gehört auch zu Winterarbeiten: das Schiff „aufpolieren“

„Takel & Tüdel“ ist doch schon mal ein hervorragender Name für den „Auftakt“: denn auch wenn’s vielleicht ja nur eine Kleinigkeit ist, so ticken doch neue Uhren oftmals besser. Und SAMYRAH darf gerne mit frischem Messing-Glanz in die neue Saison gehen, für die sie nun im Winterlager vorbereitet wird – und wozu ein „maritimer Flohmarkt“ in Kiel mit dem erwähnten Namen sehr willkommen war…

Neue Töne klangen dies Wochenende schon in Haupt- und Generalproben in der Kieler St. Nikolaikirche. Auf welchen Wellen ein Cello tanzen kann, jauchzen, aber auch durch unbeschreiblich dunkle Tiefen driften: dies zeigt mal wieder ein großartiges Cellokonzert! Dmitri Schostakowitsch erstes Cellokonzert, gespielt vom Kieler Volker Bohnsack, ist enorm packend durch sehr vielfältige Musik und große Könnerschaft.

Auch wenn ich beispielsweise auf dem Altantik schon viele Höhen und Tiefen erleben durfte – wie würden diese wohl musikalisch klingen und können sie ebenfalls bei mir und vor allem auch Anderen solch starke Saiten und echte, tiefe Gefühle zum Klingen bringen? Welch ein Wunderwerk doch die Musik ist! Da lohnt sich jede intensive „Hörfahrt“, vor allem dann, wenn das feste Ufer verlassen wird, die Musikwellen voll mitreißen dürfen. Denn auch für’s intensive Musikerlebnis gilt: Leinen los!

Dazu gibt’s bereits morgen hier in Kiel die großartige Chance im Konzert des Kieler Kammerorchesters mit dem erwähnten Cellokonzert, aber auch mit der Ouvertüre von Franz Schubert zu „Der Teufel als Hydraulicus“ sowie der siebten Symphonie des so genialen Ludwig van Beethoven. Über Wagners Musik lässt sich bestens streiten – doch die Symphonie von Beethoven bezeichnet er sehr treffsicher als eine „Apotheose des Tanzes“. Eine Hymne des gebürtigen Bonners auf die Freiheit (und Freude!), und dies zum großen Glück sehr, sehr anders als das Getröte, mit dem heute ab 11.11 Uhr die im Rheinland angebrochene fünfte Jahreszeit gefeiert wird…!

Sehr besondere und ebenfalls bis in große Tiefen vordringende Musik mit einer klaren Botschaft darf ich noch vor der Seefahrt aktiv mitgestalten: „The Armed Man: A Mass for Peace“ von Karl Jenkins. Sie wird am 25. November zum Gedenken an die Opfer des 1. Weltkrieges in der Stadtkirche St. Laurentii in Itzehoe gegeben, ich spiele dabei in der Orchesterwerkstatt norddeutsche sinfonietta mit.

Genaueres zum Programm & Ort findet sich hier.

Warten auf (sehr verschiedene, doch zusammengehörige) Einsätze: Mein Cello, Hygro-, Thermo- & Barometer sowie eine Uhr!

 

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