25.01.2020 (english version): Nordsee und Englischen Kanal konnten wir mit dem Frachtsegler AVONTUUR in einer Woche bestens meistern, nun gibt’s ne Rast in der Bretagne, um ein Sturmtief durchziehen zu lassen. Wind und Wetter bestimmen ja das Leben auf dem Meer in alles entscheidender Weise. Dies gilt besonders stark dann, wenn die Naturkräfte genutzt werden – so wie auf unserem Weg gen Mexiko.

Es war ein Traumstart am 17. Januar mit dem ersten Hochwasser um sieben Uhr morgens: in der Dämmerung die Weser mit starker Strömung gen Meer, Schwärme von Zugvögeln über uns in der Morgensonne, sogar ein Seeadler „grüßte“ kurz, dann im Morgenlicht vorbei an Bremerhaven und raus auf die Nordsee. Guter Wind brachte uns schnell vorwärts, um dann sehr anders als vorhergesagt die Crew gleich in der “Eingewöhnungs-Phase” bereits in der ersten Nacht mit stürmischen acht Windstärken und bis zu drei Meter hohen Wellen gehörig zu fordern.

Ja, es ist ja kein Wunschkonzert auf See… Auch ein Hoch machte sich dann entgegen den Vorhersagen im Englischen Kanal so richtig breit und ließ das Barometer auf eine mir bisher nicht bekannte Höhe von 1048 Hektopascal steigen. Nachdem es etwas gen Norden gewandert war ließ es uns dann auf seiner Südseite mit Nordöstlichen Winden durch den Kanal rauschen, dem Ausgang entgegen, teilweise mit über acht Knoten Fahrt: ein Geschenk, dass uns eine wunderschöne Rauschefahrt bescherte. Raus auf den ATLANTIK! Freude pur, wie schnell wir dorthin gelangen konnten, zudem im Winter, ohne Schnee, Eis oder zu großer Kälte. 

Ja, besonders die Nachtwachen sind doch schon arg frisch, kosten viel Kraft und lassen von der Karibik träumen… doch bereits ab der Straße von Dover wärmt uns “Europas Zentralheizung” deutlich spürbar, denn Ausläufer des Golfstromes heben die Wassertemperatur auf 9-10 Grad – und verdoppelt sie so gegenüber dem, was uns in der Nordsee ausgekühlt hatte.

Da sich momentan auf dem Altantik ordentlich was zusammenbraut, haben wir uns in der Baie de Douarnenez nahe Brest, dessen Lichtschimmer über die nördlichen Felswände unserer Ankerbucht aufragt, zurückgezogen. Hier macht sich die Crew noch intensiver mit dem Schiff vertraut, manches wird nochmals kontrolliert und überarbeitet… und daneben ist’s sehr passend einfach kurz zu rasten!

Wenn sich ein weiteres Wetterfenster öffnet geht’s weiter. Ich werde vermutlich von Madeira oder den Kanaren das nächste Mal berichten können…! AHOI

Aktuelle Schiffsposition im Fleettracker

P.S. (27.01.): Freue mich sehr, dass dieser Text unter “MEIN AVONTUUR-MATTHIAS” auf der Webseite von Timbercoast angezeigt wird – und zudem, dass es durch eine sehr gut gelungene Übersetzung von “Curly Ben”, dem kanadischen Mitarbeiter von Timbercoast, eine ENGLISCHE VERSION dieses Textes gibt!

One comment on “„Rastplatz“ in der Bretagne auf dem Weg gen Süden

  • Wulf-Henning Hinzpeter

    Hallo, verfolge eure Reise vom Start an auf MarineTraffic. Schön zusehen wie den Starkwindgebieten ausgewichen oder in Deckung gegangen wird. Das versteht man ja erst wenn man über entsprechende Wetterkarten verfügt. Die habe ich Weltweit.
    Ich betreue seit 2012 drei Boote die die Welt umsegeln wollen mit entsprechenden Wetterdaten ( zurzeit auf den Solomonen) die auf ihrem Weg auf Sie zukommen. Wir stehen in regelmäßigen Mailverkehr. Bekomme alle 12-24Std ihre Positionen. Die speichere ich ab und informiere die Schiffe über die Wetterlage vor ihnen.
    Falls Ihr Unterstützung braucht, können wir gern drüber reden.
    Ich bin 1945 geb. und hab ein Leben lang mit Segelschiffe zu tun gehabt, bzw, selbst gesegelt. Weiß also worum es geht.
    Falls Bedarf besteht, lasst von Euch hören.
    Guten Wind wünscht Henning

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