17.02.2020: „Weigh anchor!“ JA, die lange Rast hatte ein Ende, endlich öffnete sich am Morgen des 3. Februars für uns eine Lücke zwischen den Tiefs, in der wir in die Biskaya starten konnten. Morgensport, bei dem alle kräftig mit anpackten: die Kurbeln „fliegen“ nur so am Ankerspill… und vier Schäkel, also 110m, sind in schnellen 25 Minuten aufgeholt. Rekordverdächtig. Es zieht uns alle doch sehr gen Süden… (english version)

Die Biskaya ruft! Und wir werden freudig begrüßt: schon bei der Ausfahrt aus der Bucht von Douarnenez flitzen Delphine auf uns zu und spielen in der Bugwelle der AVONTUUR, die sich ebenfalls sehr über die Weiterfahrt zu freuen scheint…

Flott zischen wir in drei Tagen durch die Biskaya, das spanische Kap Finisterre querab sind wir in bester Fahrt unterwegs – und dann schläft der Wind ein. Ein Hochdruckgebiet macht sich immer breiter vor der Westküste der Iberischen Halbinsel. Eine „Drift-Fahrt“ beginnt, die uns tagelang immer mal wieder ein kleines Stückchen gen Kanaren kommen lässt, auf deren „Odyssee“ wir aber auch auf verschiedensten Kursen bis hin zu Nordwest von immer wieder bis zu drei Meter hohem Schwell geschaukelt werden. Eine wahre Geduldsprobe! Ein unübersehbares Flauten-Zeichen: Und wenn morgens eine Spinne am Rotorblatt des Windgenerators hängt, dann gibt’s vermutlich kaum ein deutlicheres Bild für totale Flaute!

Nun weht der Wind wieder – ob wir die Geduldsprobe doch so „bestanden“ haben, dass er uns nun gnädig ist und uns sogar flott die weiterhin noch 600 Seemeilen gen Kanaren schiebt? Auf den Wetterkarten sieht’s gerade fast schon unverschämt gut aus, der Nordost-Passat scheint direkt bis an die Südküste Portugals zu reichen, bis zum Cabo Sao Vicente, dem wir uns gerade nähern. Doch nur ganz vorsichtig gehen wir mit dieser gute Aussicht um, schließlich hatte es die letzen Tage immer wieder recht gut ausgesehen, viele Prognosen waren sehr vielversprechend…

Es herrscht richtig gute Stimmung an Bord, vor allem freuen wir uns nun enorm über die Kraft in den Segeln, denn endlich flappen sie nicht mehr nur rum, sondern ziehen kräftig vorwärts und wir rauschen mit über sieben Knoten auf das beeindruckende Kap, die Nordwest-Spitze Portugals, zu! Auf gen Süden, der Sonne und den Kanaren entgegen – auf dem Weg in die NEUE WELT!

Zu meiner Freude ist auch dieser Text auf der Webseite von www.timbercoast.de erschienen – wo es erneut eine ENGLISCHE VERSION gibt!

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