29.05.2022: Maschine läuft bestens, Masten stehen und (fast) alles hat seinen Platz wiedergefunden: damit fand vor zwei Wochen die Großbaustelle unsrer SAMYRAH ein Ende und wir konnten glücklich und stolz von Lübeck aus in die Saison starten! Gleich zu Beginn gibt’s ein Highlight, auf das ich mich schon lange freue, da wir mit klasse Crew, die alle in den letzten Jahren bereits mitgesegelt sind, nach Stockholm zur UN-Konferenz für Nachhaltigkeit ziehen. Und dies soll ein Auftakt für viele weitere Fahrten werden, denn nach intensiven Wintermonaten mit einem kompletten Refit unseres schmucken Schoners schwirren nun auch weitere Projekte durch unsere Köpfe – und auch für diese bringt die Reise ins so geliebte Skandinavien und in die schwedische Hauptstadt “frischen Wind”!

Ja, geradezu im Wortsinn “mit fliegenden Fahnen” ging’s am Sonntag vor zwei Wochen um 12:30 durch die Eric Warburg-Klappbrücke in Lübeck, auf die ich 3 1/2 Monate vom Werftgelände aus sehen konnte – und auf diesen Moment gefiebert hatte. Zu unserer großen Freude machte am ersten Abend unserer Tour im Hafen von Travemünde Bootsbaumeister Jasper Simon bei uns längsseit fest, der unser Schiff mit so starker Arbeit in einen bisher nicht gekannten Zustand gebracht hat. Der Abend mit bestem gesegelten Rum & Gin vom Frachtsegler AVONTUUR war zum Verarbeiten der intensiven Werftzeit goldwert – und da die Getränke von hoher Qualität sind, konnten wir auch recht zeitig am nächten Morgen weiterarbeiten, um immer mehr vom sogenannten “laufende Gut” an den richtigen Positionen im Mast zu befestigen. Damit war wieder das Tauwerk vorhanden, mit dem wir dann ein Segel nach dem nächsten anschlagen konnten…

Eine klasse Crew, die da mit allen Kräften und viel Geduld mitgezogen hat! Schritt für Schritt zogen wir bei unserer Fahrt via Kopenhagen um die Südspitze von Schweden herum. Natürlich stellte uns das Wetter vor einige Herausforderungen: kräftiger Wind direkt beim Auslaufen in die Lübecker Bucht aus Nordost sowie zwei Tage später bei der Fahrt gen Norden aus Südwest verursachte solch kräftigen Seegang, dass wir ordentlich durchgeschüttelt wurden. Auch so findet alles seinen richtigen Platz… Und wir bekommen immer größere Ordnung auch bis in die letzten Ecken hinein und wachsen gut als Crew zusammen. Vor drei Tagen haben wir in Karlskrona die Wanten nochmals nachgespannt, so dass unsere schmucke Lady nun bestens getrimmt und damit wie ein großes Instrument richtig gestimmt ist. Und das Meer hat unsere Arbeit gleich im Anschluss kräftig getestet: bei der Ausfahrt legten uns Böen bis acht Windstärken kräftig auf die Seite und eine sehr aufgewühlte See schüttelte uns ordentlich durch. SAMYRAH ist nach ihrer Werftzeit nun noch deutlich kraftvoller geworden und die Liste der letzten kleinen Restarbeiten wird immer kürzer…

Nun geht’s heute von Öland aus bei leichtem Südwind direkt gen Norden. So wie’s aussieht, werden heute auch Segel Nummer fünf und sechs gesetzt werden können: das Topsegel und der Fischerman. Mal sehen, was der Wind uns da erlaubt und wie weit wir dann mit erneuter Nachtfahrt in die wunderbare Schären-Region an der Ostküste Schwedens ziehen können. Mit jeder Seemeile wird die Erschöpfung mehr und mehr vom frischen Wind weggeweht, die aus der doch arg kräftezehrende Werftzeit – besonders im “Endspurt” in den letzten Wochen! –  noch etwas nachwirkt. Aber auch da kommt die “Baustelle” gut zum Abschluss!

Nun kann die Nachhaltigkeitskonferenz voll in unseren Fokus rücken. Ich werde bald berichten, aber erstmal hoffe ich, dass die Fotos meine so enorm große Freude rüberbringen können: es ist unbeschreiblich, wenn die “Puzzleteile” alle zurückfinden und das Schiff, welches noch vor wenigen Wochen so arg “gerupft” an Land stand, wieder in seinem Element voller Drang und flotter Fahrt vorwärts zieht!

Unsere aktuelle Schiffsposition gibt’s hier!

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